IBM WorkPad z50

Auf dieses Gerät bin ich nur durch Zufall aufmerksam geworden, als in einer Handheld-Newsgruppe plötzlich viele Postings dazu auftauchten. Der Grund: IBM hatte die Produktion des z50 eingestellt und als Auslaufmodell war es nun zu Preisen unter $300 (statt $800 Listenpreis) erhältlich. Zu diesem Preis ist das WorkPad z50 ein echtes Schnäppchen. Man bekommt dafür einen H/PC Pro, d.h. ein Subnotebook mit WindowsCE 2.11, 16 MB RAM, 640x480 Display und es ist - der Grund, warum ich mir das z50 dann auch gekauft habe - ausgestattet mit je einem PCMCIA- und einem CompactFlash-Slot. Der PCMCIA-Slot kann Karten vom Type III aufnehmen und auch der CompactFlash-Slot schluckt alles, was es gibt - inkl. CF-II+-Karten wie dem IBM Microdrive.

Die Größe des Geräts (Grundfläche ca. 26x20 cm) erlaubt den Einsatz einer relativ großen Tastatur - dank großer Tasten und gutem Anschlag so ziemlich die beste Tastatur, die ich bisher auf einem Gerät unterhalb eines "echten" Notebooks benutzt habe. Die Maus wird über einen Trackpoint (einen kleinen roten "Knubbel", der zwischen den Tasten sitzt) gesteuert, zwei Maustasten auf der Handballenauflage komplettieren den Mausersatz.

Das Display ist zwar passiv, aber gut lesbar (nachdem man die ziemlich unbrauchbaren Voreinstellungen angepasst hat). Es kann 64k Farben darstellen - vorausgesetzt, man findet eine Software, die das auch ausnützt. Selbst Microsofts eigener ImageViewer aus dem PlusPack für CE stellt auf dem z50 nur 256 Farben vernünftig dar. Da auch andere CE-Geräte mit diesem Problem zu kämpfen haben, handelt es sich wohl in erster Linie um ein Software-Problem (von CE oder den Anzeigeprogrammen).

Ein Programm habe ich dann doch noch gefunden, und ein sehr nützliches noch dazu: Mit dem Image Expert CE von Sierra Imaging kann man nicht nur einzelne Bilder ansehen (und das eben auch in 64k Farben), sondern sich auch gleich ganze Diashows zusammenstellen, inkl. Text und Ton. Ausser dem Drehen von Bildern bietet das Programm zwar keine Bearbeitungsmöglichkeiten an, aber um sich unterwegs einen Eindruck von den Fotos seiner Digitalkamera zu verschaffen, ist das völlig ausreichend.

Womit wir wieder beim Thema wären: Dem Einsatz des WorkPads als Begleiter für eine Digitalkamera. Der CompactFlash-Slot wird durch eine Dummy-Karte blockiert, die man erst herausnehmen muss. Der PCMCIA-Slot ist für Karten vom Type I und II sofort zugänglich - der Slot ist nur durch eine Klappe geschützt. Will man eine Type-III-Karte einsetzen, muss man aber auch hier zuerst eine Dummy-Karte entnehmen. Tatsächlich ist an der Dummy-Karte auch gleich die Klappe befestigt, so dass der Slot nach Entnahme des Dummys vollkommen offen liegt. Das alles ist weder schlimm noch nachteilig - nur sollte man die Dummy-Karten möglichst nicht verlieren ...

[Detailansicht des WorkPads mit einer CompactFlash-Karte und dem CF-Dummy]

Den Überspieltest von SmartMedia auf CompactFlash konnte ich mangels Microdrive nur mit einer "normalen" CF-Karte durchführen, aber ich gehe davon aus, dass es auch mit einem Microdrive geklappt hätte (schließlich bewirbt IBM selbst das z50 als für das Microdrive geeignet).

Tipp: Wenn das WorkPad längere Zeit vom Stromnetz getrennt ist, leiden die Backup-Batterien (zwei AAA-Batterien) sehr stark - nach ca. 14 Tagen sind sie leer und es droht Datenverlust. Daher sollte man das WorkPad nie zu lange vom Netz getrennt herumliegen lassen. Dabei sollte man aber unbedingt sicherstellen, dass man keines der von der Rückrufaktion (siehe den Link weiter unten) betroffenen Netzteile hat!

Fazit

Gute Tastatur, vollwertige PCMCIA- und CompactFlash-Slots, ordentliches Display und brauchbare Batterielaufzeit (IBM gibt acht Stunden an) - für mich sieht das WorkPad z50 nach dem idealen Reisebegleiter aus. Und als solchen werde ich das z50 in den nächsten Monaten auch testen (und diesen Kurztest dann auch entsprechend aktualisieren).

Links

IBM hat leider alle beschreibenden Seiten zum WorkPad z50 von der Website entfernt, da es ja nicht mehr produziert wird. Wenn man auf http://www.ibm.com/ nach "z50" sucht, findet man aber zumindest noch die Support-Seiten zu diesem Modell.

Updates

Und noch ein Tipp: Am Besten schlägt man sich erst gar nicht mit den beim WorkPad z50 mitgelieferten WindowsCE Services 2.2 herum, sondern holt sich gleich bei Microsoft ActiveSync 3.1, das wesentlich zuverlässiger funktioniert. Unter "Mobile Devices Downloads" finden sich, neben ActiveSync, auch noch einige andere nützliche Programme für Handheld-PCs.


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last update: 21 July 2001