Wie man große Bilder klein kriegt

Was bei Digitalkameras gerne übersehen wird: So ein Bild in einer Auflösung von z.B. 1280x960 Pixel benötigt eine Menge Speicherplatz. Bei 24 Bit Farbtiefe wären das gut und gerne 3,5 MB pro Bild. Trotzdem belegen die Bilder nur einige hundert KByte. Wie kommt's?

Die Bilder sind natürlich komprimiert. Die meisten Digitalkameras verwenden dazu heutzutage das Kompressionsverfahren, das unter dem Namen JPEG bekannt ist. Weniger bekannt (oder zumindest gerne vergessen) ist jedoch, dass JPEG ein verlustbehaftetes Kompressionsverfahren ist. Das bedeutet, dass ein Bild, nachdem man es mit dem JPEG-Verfahren komprimiert hat und wieder entpackt (z.B. um es sich anzusehen) nicht mehr das gleiche Bild wie vorher ist!

Wie die Bezeichnung "verlustbehaftet" andeutet, gibt es beim Komprimieren des Bildes Verluste. Nur sind diese durch das JPEG-Verfahren eben so gehalten, dass sie dem menschlichen Auge kaum auffallen. Vergleichbar ist das ganze vielleicht mit den allseits beliebten MP3-Files, bei denen aus Musikstücken die Teile herausgeschnitten werden, die das menschliche Ohr ohnehin kaum oder gar nicht hören kann.

Dass die Bilder JPEG-komprimiert werden, ist nichts schlechtes. Man muss nur daran denken, wenn man vorhat, die Bilder noch zu bearbeiten. Denn durch das erneute Speichern wird die JPEG-Kompression erneut auf die Bilddaten angewendet und es gibt erneut Verluste. Schon nach wenigen Zyklen ist dies sichtbar, meist als "Schatten" oder "Geisterbilder" an Stellen mit starkem Kontrast.

Wenn man JPEG-komprimierte Bilder skaliert oder zurecht schneidet, kann das auch recht schnell (nach einer erneuten Komprimierung) zu unschönen Artefakten führen. Dazu muss man wissen, dass das JPEG-Verfahren ein Bild bei der Komprimierung in Blöcke zu je 8x8 Pixeln zerlegt. Verändert man diese Blockgrenzen, etwa, indem man am linken Bildrand einen Pixel abschneidet, führt das auch recht schnell wieder zu unschönen Artefakten.

Wenn man Wert auf die Qualität eines Bildes legt, sollte man daher Vorsicht walten lassen, sobald die JPEG-Kompression ins Spiel kommt. Manche Kameras bieten verschieden starke Kompressionen an - hier sollte man dann die niedrigste wählen, was zwar zu größeren Files aber zu geringeren Verlusten führt.



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last update: 15 June 2000