Von einem der auszog, das digitale Fotografieren zu lernen

Vorweg: Großes Interesse an der Fotografie hatte ich meinen jungen Jahren nicht gezeigt. Außer den paar obligatorischen Bildern vom Schulausflug habe ich kaum fotografiert. Als mich jedoch mein damaliger Arbeitgeber zu einem längeren Schottland-Aufenthalt verdonnerte, hatte ich die Idee, mir doch eine von diesen neuen Digitalkameras zu kaufen, um ein paar Eindrücke von der Landschaft festzuhalten.

Die erste: Kodak DC-20

[Kodak DC-20]Die billigste Digitalkamera, die zu dieser Zeit erhältlich war, war die DC-20 von Kodak. Kostenpunkt damals: ca. 400 DM. Aus heutiger Sicht sind die technischen Daten eher abschreckend:

Die Kamera kann 16 Bilder mit 320x240 Pixeln oder 8 Bilder mit 493x373 Pixeln speichern. Wobei die "große" Auflösung nur durch Interpolation zustande kommt, d.h. der CCD-Chip der Kamera kann nur 320x240 Pixel auflösen.

Die Kamera hat keinen Blitz, keinen Zoom, kein Display und einen Sucher, der alles zeigt, nur nicht den Ausschnitt, den man hinterher auf dem Bild hat ... Mangels Blitz ist die DC-20 für Innenaufnahmen nur bedingt geeignet und bei Kunstlicht produziert sie gerne erschreckende Falschfarben.

Unschlagbar ist die DC-20 dagegen in den Punkten Größe und Gewicht. Man kann sie locker in der Hand verstecken (wodurch sie sich prima für überraschende Schnappschüsse eignet) und an den 125 Gramm (inkl. Batterie) hebt man sich bestimmt keinen Bruch.

Alles in allem war die DC-20, zum damaligen Zeitpunkt, eine nette Kamera, um "mal zu sehen, wie das mit den Digitalkameras so geht". Und wenn man die Grenzen der Kamera erst einmal kennt, gelingen einem doch zum Teil recht gute Bilder damit.

Beim heutigen Stand der Technik kann man diese Kamera allerdings nicht mehr mit gutem Gewissen empfehlen.

Bilder, die ich mit dieser Kamera geschossen habe: Die Schottland-Bilder von 1997 sowie ein Teil der Bilder vom Drachenfest (zu erkennen an der Bildgröße - die größeren Bilder stammen von der QuickTake 150).


Die zweite: Nikon Coolpix 100

[Nikon Coolpix 100]Diese Kamera habe ich gebraucht zu einem Zeitpunkt gekauft, als sie schon längere Zeit im Handel war. Was mich an ihr fasziniert, ist die Idee der Datenübertragung: Wenn man das Batteriegehäuse abzieht, kommt eine PCMCIA-Steckkarte zum Vorschein. Diese schiebt man in den entsprechenden Slot eines Notebooks oder PCMCIA-Lesers und kann sofort auf die einzelnen Bilder in Form von Dateien zugreifen.

Nebenbei war die Coolpix 100 auch noch meine erste Kamera mit Blitz, was natürlich ganz neue Möglichkeiten eröffnete.

Was die technischen Daten angeht, ist die Coolpix dagegen nur ein kleiner Fortschritt gegenüber der DC-20: Die hohe Auflösung liegt bei 512x480 Pixeln, die niedrige bei ???x???. Dafür kann die Kamera immerhin 20 Bilder in der hohen und 40 in der niedrigen Auflösung speichern und man kann jederzeit zwischen beiden Auflösungen umschalten.

Der Blitz bringt noch eine Funktion zum Verhindern von roten Augen mit und einen Selbstauslöser hat die Kamera auch (wobei ich mich allerdings frage, wie man diesen sinnvoll benutzen soll, denn durch ihre besondere Form lässt sich die Coolpix 100 weder auf einem Stativ montieren, noch einfach irgendwo abstellen).

Da ich mir kurz nach dieser Kamera eine QuickTake 150 gekauft habe, habe ich die Coolpix 100 nie so richtig ausgetestet. Ich habe sie trotzdem als Schnappschuss-Kamera für unterwegs behalten, denn dafür bringt sie alle notwendigen Voraussetzungen mit.

Bilder, die ich mit dieser Kamera geschossen habe: Ich habe leider keine Bilder von dieser Kamera online.


Die dritte: Apple QuickTake 150

[Apple QuickTake 150]Auch diese Kamera habe ich erst (als Restposten) gekauft, als ihre Zeit eigentlich schon vorbei war. Doch angesichts des günstigen Preises und der Aussicht, endlich eine Kamera mit brauchbarer Auflösung (640x480 Pixel) zu bekommen, konnte ich einfach nicht widerstehen ...

Die QuickTake 150 kann 16 Bilder in 640x480 oder 32 Bilder in 320x240 speichern. Auch bei dieser Kamera kann man jederzeit zwischen den Auflösungen wechseln.

Des weiteren hat die Kamera einen Blitz inkl. Anti-Rote-Augen-Funktion und einen Selbstauslöser (und man kann sie auf ein handelsübliches Stativ montieren). Als Zubehör wird noch eine Vorsatzlinse für Nahaufnahmen (Danke, Gerd!) mitgeliefert, die ich aber ohnehin nie benutzt habe, da man sie nur bei geöffnetem Verschluss montieren kann. Zudem ist die Linse mit einer Plastikklammer versehen, bei der ich jedes Mal befürchtete, sie abzubrechen ...

Was die Größe angeht, musste ich mich bei der QT 150 erst einmal umgewöhnen. Denn während man mit der DC-20 und insbesondere mit der Coolpix 100 locker Bilder einhändig schießen kann, muss man bei der QuickTake mit beiden Händen zupacken. Trotzdem scheint in dem vergleichsweise großen Gehäuse viel Luft zu sein, denn die Kamera ist sehr leicht (ca. 500 Gramm). Das Vollplastik-Gehäuse sorgt allerdings dafür, dass sich die Kamera recht billig anfühlt.

Vom heutigen Standpunkt aus ist die QuickTake 150 wohl am unteren Ende dessen anzusiedeln, was man noch als Einsteigerkamera empfehlen kann - vorausgesetzt, man bekommt sie wirklich billig.

Bilder, die ich mit dieser Kamera geschossen habe: Die Bilder von der Hochzeit von Andreas und Daniela sowie die größeren Bilder vom Drachenfest.


Die vierte: Olympus Camedia C-400L

[Olympus Camedia C-400L]Und wieder eine Kamera, die ich gebraucht gekauft habe. 20 Bilder in 640x480 oder 80 in 320x240 (jederzeit umschaltbar) kann die Kamera speichern.

Blitz, Anti-Rote-Augen-Funktion, Selbstauslöser, Möglichkeit zur Stativ-Montage - all das war mittlerweile schon Standard für mich.

Darüber hinaus war dies aber meine erste Kamera mit einem LC-Display. Endlich konnte ich meine Schnappschüsse sofort begutachten und ggfs. sogar löschen und wiederholen. Das sind die Features, die eine Digitalkamera erst so richtig interessant machen.

Obwohl sie die gleiche Auflösung wie die QuickTake 150 hat, produziert die C-400L Bilder mit deutlich besserer Qualität. Auch der Blitz ist deutlich heller als der der QuickTake. Alles in allem hatte sich die Investition in diese Kamera für mich noch einmal richtig gelohnt.

Übrigens: Olympus verwendet je nach Land unterschiedliche Bezeichnungen für die gleichen Kameras. Soweit ich das überblicke, wurde die C-400L nur in Japan unter dieser Bezeichnung verkauft. Welchem deutschen Modell sie entspricht, ist mir nicht ganz klar geworden ...

Bilder, die ich mit dieser Kamera geschossen habe: Ein Teil der Bilder aus meinem Mac-Museum sowie aus der "Heimwerker"-Sektion - aber ich weiß nicht mehr so genau, welche ...


Die fünfte: Olympus Camedia C-900 Zoom

[Olympus Camedia C-900 Zoom]Als wieder einmal die Urlaubszeit vor der Tür stand, stand auch der Entschluss fest, endlich eine "richtige" Digitalkamera mit großer Auflösung (mindestens 1024x768), Zoom und wechselbaren Speichermedien zu kaufen. Meine Wahl fiel, auch aufgrund der positiven Erfahrungen mit der C-400L, wieder auf ein Modell von Olympus, und zwar die C-900 Zoom.

Die Kamera hat als niedrige Auflösung 640x480 und als hohe 1280x960 Pixel, wobei letztere in verschiedenen Qualitätsstufen verfügbar ist. Die Anzahl der Bilder, die gespeichert werden können, hängt von der eingelegten SmartMedia-Speicherkarte ab. In der Einstellung SHQ ("Super High Quality", d.h. 1280x960, beste Qualität) passen auf eine 16-MB-Karte mindestens 36 Bilder (das zeigt die Kamera bei dieser Einstellung für eine leere Speicherkarte an). In der Praxis passen so über 40 Bilder auf eine 16-MB-Karte.

Natürlich hat die C-900 auch einen (ausklappbaren) Blitz mit den üblichen Optionen, Selbstauslöser, ein LC-Display und die Möglichkeit, auf ein Stativ montiert zu werden.

Neue Features (gegenüber meinen bisherigen Kameras) sind der dreistufige optische Zoom und die Möglichkeit, die Kamera an einen Fernseher anzuschließen. Letzteres ist prima geeignet, um Bilder vorzuführen, denn man kann natürlich auch einfach Bilder auf die SmartMedia-Karte schreiben (entweder mit einem geeigneten Gerät oder durch Herunterladen auf die Kamera). Die Diashow der Urlaubsbilder in der Tasche? Die C-900 macht es möglich.

Nachdem ich mittlerweile herausgefunden habe, wie man die Kamera wieder einschaltet, nachdem sie sich (zwecks Batterie-Ersparnis) abgeschaltet hat, habe ich eigentlich nur noch einen Kritikpunkt an dieser Kamera: Die Stativmontage gestaltet sich etwas schwierig. Das passende Gewinde am Gehäuseboden der C-900 liegt nämlich nicht in der Mitte sondern an der Außenseite der Kamera. Je nach Stativ ist es dann nicht ganz einfach, die Kamera horizontal gerade auszurichten.

Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden mit der C-900. Und wenn ich auch schon wieder mit leichtem Neid auf die Kameras mit noch höherer Auflösung schiele, werde ich wohl noch eine ganze Weile bei diesem Modell bleiben.

Die C-900 Zoom wurde mittlerweile durch das Nachfolgemodell C-920 Zoom und diese auch schon wieder durch die C-960 Zoom ersetzt. Die technischen Daten sind aber offenbar weitgehend unverändert geblieben, lediglich die Gehäusefarbe hat sich geändert und die C-960 wird mit einer 8 MB SmartMedia-Karte ausgeliefert (die C-900 und C-920 mit einer 4 MB-Karte).

Bilder, die ich mit dieser Kamera geschossen habe: Die Kanada-Bilder (verkleinert auf 832x624), die Bilder von der Sonnenfinsternis und von Burg Rieneck (jeweils verkleinert auf 640x480) sowie die Hintergrund-Bilder.


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last update: 15 June 2000